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Zwergdommel | Botaurus minutus

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Die Zwergdommel ist mit Abstand der kleinste europäische Reiher, kaum größer als ein Teichhuhn und fast immer im dichten Schilf verborgen. In der Praxis findet man sie über die Stimme und bestätigt sie bei einem kurzen, niedrigen Flug.

Zwergdommel (Botaurus minutus)
Hauptfoto · Foto: Hobbyfotowiki — CC0 · Wikimedia Commons

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Stimme

Der Revierruf des Männchens ist ein kurzes, tiefes, bellendes hooch – ein hundeähnliches woof, in gleichmäßigen Abständen von zwei bis drei Sekunden wiederholt, mitunter eine halbe Stunde lang. Er trägt nicht weit, man muss also höchstens einige hundert Meter vom Schilf entfernt sein. Meist in der Dämmerung und am frühen Morgen, von Mitte Mai bis Anfang Juli. Der Flugruf ist ein scharfes, kurzes kek oder krek.

Anhören: FlugrufXC431991

Aufnahme: Joost van Bruggen — CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Bestimmung

Klein und kompakt, kurzbeinig, mit langem, spitzem Schnabel und dickem Hals. Das Männchen hat einen glänzend grünschwarzen Scheitel und Mantel und ein großes beige-ockerfarbenes Flügelfeld auf den Decken, das sich im Flug scharf von den schwarzen Schwungfedern absetzt – auf diesem zweifarbigen Flügel beruht die Bestimmung. Hals und Unterseite sind warm sandfarben, der Schnabel ist gelb mit dunklem First, die Beine gelbgrün. Das Weibchen ist matter, oberseits eher braun als schwarz, unterseits fein dunkel gestreift und mit weniger sauberem Flügelfeld; Jungvögel sind oberseits braun mit hellen Federsäumen und kräftig gestreift. Fliegt niedrig, schnell und leicht ruckartig über das Schilf und lässt sich abrupt einfallen.

Verwechslungsarten

Der Nachtreiher ist die wichtigste Verwechslungsart, vor allem im Flug und vor allem im Jugendkleid: Er ist fast doppelt so groß, breiter- und rundflügeliger, und Jungvögel sind einfarbig dunkelbraun mit feinen weißen Tropfenflecken auf der Oberseite – nie mit hellem Flügelfeld. Eine Zwergdommel zeigt immer den scharfen Gegensatz zwischen hellem Feld und schwarzen Schwungfedern, auch das Weibchen. Die Rohrdommel ist viel größer und schwerer, beige mit schwarzer Bänderung und wirkt eulenartig. Eine niedrig über das Schilf fliegende Zwergdommel kann an eine Wasserralle oder ein kleines Sumpfhuhn erinnern; dann auf den vorgestreckten Schnabel und das Flügelfeld achten.

Lebensraum

Schilf mit Gebüsch darin oder daneben: Schilfsäume an Gräben, alte Tongruben, verlandende Sandgruben, Weiden- und Erlenbruch am Rand. Anders als die Rohrdommel kommt sie mit einer kleinen Fläche aus, sofern das Schilf im Wasser steht und es Weiden oder Äste zum Klettern gibt. Jagt kletternd zwischen den Schilfhalmen nach kleinen Fischen, Kaulquappen und Libellen.

Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.

Verbreitung und Zug

In Nordwesteuropa ein sehr seltener Brutvogel, an Orten wie dem Zouweboezem, den Nieuwkoopse Plassen, Teilen Limburgs und der Gelderse Poort. Auf der Iberischen Halbinsel ist sie weit verbreitet und deutlich zahlreicher, mit guten Beständen im Ebrodelta, in der Albufera von Valencia, in den Reisfeldern am Guadalquivir und entlang vieler Flüsse im Binnenland. Überwintert im tropischen Afrika.

  • Jahresvogel
  • Brutvogel (Sommer)
  • Durchzug
  • dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Dichtekarte aus den Nachweisen von GBIF (2006-09-01 – 2026-08-31), gezählt je 0,7°-Rasterzelle und Monat und geteilt durch alle Vogelnachweise in derselben Zelle – so bestimmt die Zahl der Beobachter nicht das Bild. Die Farbtiefe folgt diesem Anteil und läuft allmählich aus, sodass die Karte nicht den Staatsgrenzen folgt. Ländergrenzen: Natural Earth (gemeinfrei).

Wie und wann beobachten

An einem warmen, windstillen Abend in der zweiten Maihälfte oder im Juni die letzte Stunde vor der Dunkelheit nahe an einem Schilfsaum mit Weidenbewuchs verbringen. Zuerst auf den bellenden Ruf achten und ihm dann folgen: Um diese Zeit pendeln die Vögel niedrig von einem Schilfstück zum anderen, und man hat einige Sekunden, um das Flügelfeld zu sehen.

Gefährdungsstatus

Weltweit nicht gefährdet (IUCN: Least Concern), in Nordwesteuropa aber stark zurückgegangen. Der dortige Bestand brach in den 1970er- und 1980er-Jahren durch Dürre im Sahel und den Verlust nasser Schilfsäume zusammen und hat sich seitdem nur langsam erholt. Die Wiederherstellung nasser Uferzonen und das Stehenlassen von Altschilf sind die wichtigsten Maßnahmen.

Wissenschaftlicher Name

Botaurus minutus | (Linnaeus, 1766) (GBIF: Ixobrychus minutus)

Linnaeus beschrieb die Art 1766 als Ardea minuta; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Botaurus wurde 1819 von Stephens eingeführt. Botaurus ist mittellateinisch für ‚Rohrdommel‘; das Wort verbindet lat. bos ‚Rind‘ mit taurus ‚Stier‘, nach dem brüllenden Ruf (vgl. butire ‚dröhnend rufen‘). minutus bedeutet lat. ‚klein‘: Es ist der kleinste Reiher Europas. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus der Schweiz.