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Olivenspötter | Hippolais olivetorum
Griekse spotvogel | Olive-Tree Warbler | Zarcero grande | שיחנית זית | Hypolaïs des oliviers
Der größte Spötter der Region und mit Abstand der mit dem kräftigsten Schnabel: ein grauer Vogel, fast so groß wie ein Drosselrohrsänger, der in den alten Olivenhainen rund um die Ägäis eine langsame, kratzende Strophe vorträgt. Er singt hoch im Kronendach und zeigt sich selten, daher ist die Stimme der Zugang. In Westeuropa fehlt er völlig: Wer einen finden will, muss in den östlichen Mittelmeerraum reisen.
Stimme
Der Gesang ist eine langsame, tiefe, kratzende Folge kurzer Phrasen, als sänge ein Drosselrohrsänger mit halber Geschwindigkeit: ein schnarrendes chrek-chrek, dann ein klangvolles ku-chuk, dann eine Pause. Er trägt weit über einen Hain und hat nichts vom schnellen Potpourri des Gelbspötters: keine Imitationen, kein nasales de-de-roid, kein Tempo. Der Ruf ist ein leises, aber volles tok, oft wiederholt. Gesang von Anfang Mai bis Mitte Juli, am intensivsten in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang.
Aufnahme: Stanislas Wroza — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Bestimmung
Groß, langgestreckt und grau, mit langem, breitem Schnabel, dessen Unterschnabel bis zur Spitze orangegelb ist. Oberseits graubraun mit olivfarbenem Anflug über Bürzel und Oberschwanzdecken, unterseits schmutzig weiß mit grauem Ton an Brust und Flanken. Ein dünner weißer Augenring und helle Zügel geben dem Gesicht einen offenen Ausdruck. Die Armschwingen tragen ein helles Flügelfeld, die Handschwingenprojektion ist lang. Der Schwanz ist lang, gerade abgeschnitten und dunkelgrau mit weißen Säumen der äußeren Federn; die Beine sind kräftig und blaugrau. Geschlechter gleich.
Verwechslungsarten
Neben Gelbspötter und Orpheusspötter wirkt er größer und schwerer: ein Viertel größer, unterseits ganz ohne Gelb, mit flachem, spitzem Kopf und einem Schnabel, so kräftig, dass er an einen Star erinnert. Der Drosselrohrsänger ist noch kräftiger, aber warm rotbraun, mit deutlichem Überaugenstreif und gerundetem Schwanz. Der Blassspötter teilt das graue Gefieder, ist aber ein Drittel kleiner, weit feinschnäbliger und wippt seinen Schwanz ohne Unterlass nach unten – was der Olivenspötter nie tut.
Lebensraum
Alte, hohe Olivenhaine mit Gras oder Kräutern darunter, lichter Eichenwald an Hängen, Mandel- und Obstgärten und der Rand, an dem Obstgarten in Macchie übergeht. Er benötigt große Bäume zum Singen und zur Nahrungssuche und meidet sowohl geschlossenen Wald als auch kahles, baumloses Gelände. Überwiegend im Tiefland, bis etwa achthundert Meter.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Brütet im südlichen Balkan und im östlichen Mittelmeerraum: im Süden der Balkanhalbinsel mit den Ionischen und Ägäischen Inseln, im westlichen und südlichen Anatolien und in der Levante. Darüber hinaus, Westeuropa eingeschlossen, ist er eine große Seltenheit. Er überwintert im östlichen und südlichen Afrika und verbringt somit das halbe Jahr außerhalb des Gebiets dieses Führers.
- Brutvogel (Sommer)
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Mitte Mai bis Mitte Juni, in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang, in einem alten Olivenhain auf Lesbos, auf der Peloponnes oder an der Westküste Anatoliens. Zuerst der langsamen, kratzenden Strophe nachgehen und erst dann das Kronendach absuchen: ein großer grauer Vogel mit langem Schnabel, meist reglos im Laub. Ab dem mittleren Vormittag verstummt er und ist dann kaum noch zu finden.
Gefährdungsstatus
Weltweit nicht gefährdet, doch der europäische Bestand nimmt ab, und der Vogel ist auf eine Landschaft angewiesen, die sich schnell verändert. Das Roden alter Olivenbäume für intensive Niedrigstamm-Plantagen beseitigt Singwarten und Nistbäume, während aufgegebene Haine zu undurchdringlichem Gebüsch zuwachsen. Wo alte Haine mit offener Krautschicht weiter genutzt werden, hält er sich.
Wissenschaftlicher Name
Hippolais olivetorum | (Strickland, 1837)
Strickland beschrieb die Art 1837 als Salicaria olivetorum; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Hippolais wurde 1827 von Conrad von Baldenstein eingeführt. Hippolais geht auf griech. hupolais zurück, einen kleinen Vogel bei Aristoteles, von Linné falsch geschrieben; das Wort ist möglicherweise lautmalerisch oder aus hupo ‚unter‘ und laas ‚Stein‘ gebildet. olivetorum ist lateinisch für ‚der Olivenhaine‘, nach dem Bewuchs, in dem der Vogel brütet. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Zakynthos in Griechenland.



