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Schwarzkopf-Beutelmeise | Remiz macronyx

Zwartkopbuidelmees | Black-Headed Penduline Tit | Pájaro moscón cabecinegro | רמית שחורת-ראש | Rémiz à tête noire

Die Schwarzkopf-Beutelmeise ist die Beutelmeise der kaspischen Schilfgebiete: derselbe winzige Filznestbauer, aber mit ganz schwarzem Kopf statt schwarzer Maske. Sie gehört zu den am wenigsten untersuchten Vögeln Zentralasiens, und der Rand ihres Areals erreicht das Kartengebiet dieses Führers gerade noch im Delta des Ural.

Schwarzkopf-Beutelmeise (Remiz macronyx)
Foto: James Eaton — CC0 · Wikimedia Commons

Stimme

Schlecht dokumentiert. Was beschrieben und aufgenommen wurde, läuft auf fast dasselbe hinaus: ein hoher, dünner, leicht abfallender Pfiff vom Typ tseeeoo, der über das Schilf trägt, aber zwischen Teichrohrsängern leicht untergeht, dazu kurze tsee-tsee-Kontaktrufe im Trupp. Das Männchen singt am Nest einen leisen, zischenden kleinen Gesang. Wer in dieser Region über Schilfgebieten lauscht, sollte jedem Beutelmeisenruf genau nachgehen.

Anhören: RufXC1028875

Aufnahme: Shuangqi Liu — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Bestimmung

So klein und fein gebaut wie die Beutelmeise, mit kurzem, pfriemförmigem Schnabel, kräftigen Beinen und verhältnismäßig langem Schwanz. Beim adulten Männchen ist der ganze Kopf tiefschwarz: Stirn, Scheitel, Wange, Ohrdecken und Nacken, und bei den meisten Vögeln setzt sich das Schwarz über die Kehle fort. Darunter liegt ein warm kastanienbraunes Band über obere Brust und Mantel, das zum Bürzel hin in Sandfarben übergeht; die Unterseite ist hell sandbraun. Das Weibchen hat dasselbe Muster in matteren Tönen, mit brauner Stirn und weniger scharf begrenzter Kapuze. Im frischen Herbstgefieder lassen helle Federsäume den ganzen Vogel heller und verwaschener wirken. Jungvögeln fehlt das Schwarz völlig; sie sind einfarbig sandbraun.

Verwechslungsarten

Eigentlich nur die Beutelmeise, die am nördlichen Kaspischen Meer tatsächlich in unmittelbarer Nachbarschaft lebt. Der Unterschied liegt am Kopf: bei der Beutelmeise eine schwarze Maske durch das Auge auf hellgrauem Kopf, bei dieser Art eine geschlossene schwarze Kapuze ohne Grau darum. Zu beachten ist, dass die kaspische Form der Beutelmeise bereits viel Schwarz im Gesicht trägt, sodass ein Blick auf einen halb schwarzen Kopf nicht genügt – man muss sehen, wie weit das Schwarz über Scheitel und Nacken reicht. Weiter östlich teilt sie die Schilfgebiete mit der Kronenbeutelmeise, die am hellen Scheitelfleck im Schwarz zu erkennen ist. Der Vollständigkeit halber: Einige Artenlisten führen sie als eigene Art, während andere sie seit Dezember 2020 wieder zur Beutelmeise stellen.

Lebensraum

Schilf-, Rohrkolben- und Simsenbestände in flachem Wasser an Seen, Flüssen und Altwassern, mit Tamarisken- und Weidengebüsch am Rand zum trockenen Land. Das Nest hängt nicht an einem Zweig, sondern ist zwischen mehreren Schilfhalmen eingewoben, vierzig Zentimeter bis anderthalb Meter über dem Wasser, aus Streifen von Schilfblättern und Pflanzenwolle; das Männchen übernimmt fast den gesamten Bau. Fünf bis sieben Eier von Anfang Mai bis Anfang Juli, vermutlich zwei Bruten, mit flüggen Jungen im Juli und August. Außerhalb der Brutzeit streift sie durch Gebüsch und kleine Schilfflächen, auch abseits offener Gewässer.

Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.

Verbreitung und Zug

Vom Kaspischen Meer ostwärts bis zum Saissansee und südwärts auf das Iranische Hochland, in verstreuten, voneinander getrennten Schilfgebieten. Im Kartengebiet dieses Führers bleibt davon ein Winkel: die Schilfgebiete des Uraldeltas bei Atyrau, wo sie von April bis Juli regelmäßig gesehen wird, dazu alte Nachweise aus dem Tiefland von Lənkəran. Der weitaus größte Teil ihres Areals liegt daher östlich des Kartenrands.

Wie und wann beobachten

Um eine zu sehen, braucht man die Schilfsäume des Ural bei Atyrau im Mai, wo das Delta weniger als einen Tag von der Stadt entfernt ist. Niedrig suchen: Das Nest sitzt zwischen den Halmen in Augenhöhe über dem Wasser, grau und gefilzt wie das der Beutelmeise, aber ohne die frei hängende Einflugröhre an einem Weidenzweig. Und bei jeder Beutelmeise in dieser Region den Kopf prüfen, denn genau hier berühren sich die beiden Arten.

Gefährdungsstatus

Nicht gefährdet, wobei die Bewertung unter einem anderen Namen läuft. Die Rote Liste führt sie seit Dezember 2020 innerhalb der Beutelmeise, Remiz pendulinus, und diese Art ist insgesamt als Least Concern eingestuft; einige Artenlisten führen sie getrennt. Über ihre Bestände ist wenig bekannt; die Schilfgebiete des Kaspischen und des Aralbeckens schrumpfen durch Wasserentnahme, Versalzung und Schilfbrände, und gerade die westlichen Teilpopulationen sind am wenigsten untersucht.

Wissenschaftlicher Name

Remiz macronyx | (Severtsov, 1873)

Severtsov beschrieb die Art 1873 als Aegithalus macronyx; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Remiz wurde 1819 von Jarocki eingeführt. Remiz ist das polnische Wort remiz für die Beutelmeise. macronyx ist griech. für ‚langkrallig‘, von makros ‚lang‘ und onux ‚Nagel, Kralle‘. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Schymkent, Kasachstan.