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Kanarenmeise | Cyanistes teneriffae
Afrikaanse pimpelmees | African Blue Tit | Herrerillo africano | ירגזי כחול אפריקני | Mésange nord-africaine
In den Kiefernwäldern Teneriffas ist eine Blaumeise zu hören, doch der Vogel weicht ab: Die Kappe ist nicht hellblau, sondern fast schwarz, und ein Streifen, so breit wie bei einer Kohlmeise, zieht über den gelben Bauch. Die Kanarenmeise ist die Meise der Kanarischen Inseln und des Maghreb, dunkler und kontrastreicher gezeichnet als die Blaumeise, und wird seit einigen Jahren als eigene Art geführt. Auf den Inseln ist sie oft die einzige Meisenart.
Stimme
Als Blaumeise erkennbar, aber härter und schneller. Der Gesang ist ein kurzes, sich beschleunigendes tsee-tsee-tseerrrr, der abschließende Triller trockener und schnarrender als bei der nördlichen Art. Die Rufe sind nasal und scharf: ein schimpfendes cher-r-r-r am Nest und ein dünnes tsi-tsi-tsi als Kontaktruf. Im kanarischen Kiefernwald trägt der Ton weit zwischen den Stämmen, und fast immer verrät die Stimme den Vogel, bevor die Bewegung hoch in der Krone zu sehen ist.
Aufnahme: João Ferreira Tomás — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Bestimmung
So klein wie die Blaumeise, 11 bis 12 cm, aber wesentlich kontrastreicher. Der Scheitel ist dunkel: tief blauschwarz bis schwarz, nicht das helle Kobaltblau der nördlichen Art. Ein breiter schwarzer Augenstreif quert das weiße Gesicht, verläuft hinter der Wange und trifft auf einen schwarzen Nacken, sodass die weiße Wange scharf eingerahmt ist. Vom Kinn zieht ein breiter schwarzer Latz als deutlicher, breiter Streifen über die tiefgelbe Unterseite. Der Mantel ist blaugrau bis schiefergrau, ohne das Grün der Blaumeise; Flügel und Schwanz sind kobaltblau. Die Inseln unterscheiden sich untereinander: Auf Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro ist der Flügel einfarbig, während Vögel von Fuerteventura und Lanzarote sowie aus dem Maghreb eine weiße Flügelbinde und einen helleren, graueren Rücken zeigen. Insgesamt sieben Unterarten, die meisten Inseln mit eigener Form. Geschlechter gleich; Jungvögel haben gelbe Wangen und einen matten Scheitel.
Verwechslungsarten
Nur die Blaumeise kommt in Betracht, doch die beiden sind nie zusammen zu sehen: Die Blaumeise fehlt sowohl auf den Kanarischen Inseln als auch in Nordwestafrika, und die Verbreitungsgebiete berühren sich nirgends. Zwei Merkmale tragen den Unterschied. Der Scheitel: bei der Kanarenmeise dunkel blauschwarz bis schwarz, sodass der Kopf von oben dunkel wirkt, bei der Blaumeise hellblau. Und der Kehlstreif: breit, schwarz und scharf begrenzt, vom Kinn weit über die Brust, wo die Blaumeise nur eine dünne, unscharfe dunkle Linie hat. Hinzu kommt ein blaugrauer statt grünlicher Mantel. Im Maghreb kommt auch die Kohlmeise vor, die jedoch viel kräftiger gebaut ist, mit schwarzem Kopf und weißer Wange und ohne jedes Blau.
Lebensraum
Auf den Kanarischen Inseln überall, wo Bäume oder hohe Sträucher stehen: im Kanarenkiefernwald der höheren Hänge, im Lorbeerwald der feuchten Nordflanken, im Baumheidegebüsch und darüber hinaus in Gärten und Parks, Bananen- und Orangenplantagen, Palmengärten und im wärmeliebenden Wolfsmilchgebüsch weiter unten. Auf den trockeneren Ostinseln ist sie auf die wenigen vorhandenen Palmengruppen und Gärten angewiesen. Im Maghreb lebt sie in Bergwäldern: Zedern, Korkeichen, Steineichen und gemischte Nadelwälder im Rif, im Mittleren Atlas und in den Bergen der Kabylei, außerdem in Gärten und Obstanlagen. Sie nistet in Baumhöhlen, Mauerspalten und Nistkästen.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Zwei Teilgebiete, beide innerhalb dieses Führers. Erstens alle sieben großen Kanarischen Inseln, von La Palma und El Hierro im Westen bis Lanzarote im Osten, mit einer eigenen Unterart auf fast jeder Insel — eine der klarsten Reihen von Inselformen im Gebiet dieses Führers. Zweitens Nordwestafrika, vom Maghreb bis in ein kleines Gebiet der Cyrenaika. Sie fehlt auf Madeira, den Azoren und den Selvagens. Standvogel; sie verlässt ihre Insel nicht und bewegt sich selbst innerhalb einer Insel wenig, höchstens im Winter von den hohen Kiefernwäldern hinunter in tiefer gelegene Gärten.
- Jahresvogel
- Winter
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Am einfachsten auf Teneriffa: in den Kiefernwäldern oberhalb von La Esperanza oder entlang der Straße zum Teide, in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang. In Gärten und an Picknickplätzen kommt sie bis auf wenige Meter heran und lässt sich gut fotografieren. Wer mehrere Inseln besucht, sollte genau auf den Flügel achten: Die weiße Flügelbinde der Vögel von Fuerteventura und Lanzarote ist der Hauptunterschied zwischen den Inselformen, und auf einer Reise lassen sich zwei deutlich verschieden aussehende Vögel sehen. Im Mittleren Atlas lohnt sich der Zedernwald bei Azrou.
Gefährdungsstatus
Weltweit nicht gefährdet (IUCN: Least Concern) und auf den meisten Inseln häufig. Die Probleme sind örtlich begrenzt und betreffen den Lebensraum: die großen Brände, die den Kanarenkiefernwald inzwischen häufiger treffen, die auf mehreren Inseln kleinen Lorbeerwaldreste und auf Fuerteventura und Lanzarote die sehr kleinen, anfälligen Bestände, die an eine Handvoll Palmengruppen und Gärten gebunden sind. Im Maghreb lichtet sich alter, höhlenreicher Wald durch Holzeinschlag und Beweidung. Da fast jede Insel ihre eigene Form hat, wiegt ein örtlicher Verlust hier schwerer, als die Gesamtzahl vermuten lässt.
Wissenschaftlicher Name
Cyanistes teneriffae | (Lesson, 1831)
Lesson beschrieb die Art 1831 als Parus teneriffae; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Cyanistes wurde 1829 von Kaup eingeführt. Cyanistes kommt von griech. kuanos ‚dunkelblau‘. teneriffae ist lateinisch für ‚von Teneriffa‘, der Kanareninsel, von der das beschriebene Exemplar stammte. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Teneriffa auf den Kanarischen Inseln.



