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Azorenwellenläufer | Hydrobates monteiroi

Monteiro's stormvogeltje | Monteiro's Storm Petrel | Paíño de Monteiro | יסעורון האיים האזוריים | Océanite de Monteiro

Der Azorenwellenläufer brütet auf zwei kahlen Inselchen vor Graciosa auf den Azoren und sonst nirgends auf der Erde. Er ist ein kleiner, dunkler Wellenläufer mit weißem Bürzelband, der sich auf See kaum von seinem Nachbarn unterscheiden lässt, und wurde erst 2008 als eigene Art beschrieben – nicht nach dem Gefieder, sondern weil sich herausstellte, dass zwei Gruppen auf denselben Felsen um ein halbes Jahr versetzt brüten.

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Stimme

Auf See stumm; alles geschieht nachts über der Kolonie. Der Flugruf ist ein raues, rhythmisches Rattern, dem des Madeirawellenläufers sehr ähnlich, aber höher und kürzer – genau dieser Unterschied veranlasste Luís Monteiro in den 1990er-Jahren, die beiden Gruppen getrennt zu zählen. Aus der Spalte kommt ein kehliges Schnurren, unterbrochen von kurzen, harten wicka-Tönen. Auf dem Ilhéu da Praia dauert der Chor von Ende April bis in den August, und in einer mondlosen Nacht steht man mitten darin.

Anhören: GesangXC743132

Aufnahme: Alba Villarroya — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Bestimmung

Ein Wellenläufer etwa von der Größe des Wellenläufers (Hydrobates leucorhous): schwärzlich braun, mit langen, leicht gebogenen Flügeln und einem schmalen weißen Band, das gerade über den Bürzel verläuft und nicht weit auf die Flanken reicht. Der Schwanz ist flach gegabelt und wirkt auf See gerade abgeschnitten. Die helle Binde über die Großen Armdecken der Flügeloberseite ist matt graubraun, die Flügelunterseite einheitlich dunkel, und die Füße ragen nicht über den Schwanz hinaus. Der Flug ist gleichmäßig und ruhig, mit langen, flachen Gleitphasen und leichtem Kippen, eher wie ein Sturmtaucher im Kleinformat als wie eine flatternde Fledermaus. Ein Merkmal ist im Feld tatsächlich brauchbar: Im Juli, August und September mausert diese Art Handschwingen und Schwanz, sodass der Flügel Lücken zeigt und der Schwanz kurz und zerfranst wirkt, während Madeirawellenläufer in denselben Gewässern noch frisches Gefieder tragen.

Verwechslungsarten

Der Madeirawellenläufer ist das eigentliche Problem, und kein Gefiedermerkmal trennt die beiden auf See mit Sicherheit: gleiche Größe, gleiches Bürzelband, gleicher Flug. Hilfreich sind Datum und Mauser. Vor Graciosa brütet der Azorenwellenläufer im Sommer und der Madeirawellenläufer im Herbst und Frühwinter; ein Vogel, der sich im Juni oder Juli bei den Inselchen aufhält, ist daher fast sicher ein Azorenwellenläufer, einer im November fast sicher der andere. Im Sommer steckt der Azorenwellenläufer zudem in starker Flügelmauser, der Madeirawellenläufer nicht. Außerhalb dieses Zeitfensters lässt sich ein Vogel nicht benennen. Die Sturmschwalbe ist kleiner und kurzflügliger, flattert durch die Wellentäler und zeigt einen breiten, rechteckigen weißen Bürzel, der bis auf die Flanken reicht, sowie eine weiße Binde auf der Flügelunterseite. Der Wellenläufer hat einen stärker gewinkelten, geknickten Flügel, eine deutliche helle Diagonalbinde auf der Flügeloberseite, einen V-förmigen Bürzelfleck mit dunkler Mittellinie, einen gegabelten Schwanz und einen hüpfenden, ausscherenden Flug.

Lebensraum

Abseits der Kolonie pelagisch, über tiefem Wasser rund um die Azoren, wo er im Rütteln und Trippeln kleine Krebstiere, Fischbrut und ölige Reste von der Oberfläche aufnimmt. Er brütet in Spalten, Hohlräumen unter Felsblöcken und im lockeren Gestein kahler, niedriger Inselchen ohne Ratten und Katzen und besucht die Kolonie nur bei Dunkelheit. Auf dem Ilhéu da Praia wurden zusätzlich künstliche Nistkammern in den Boden eingelassen, die inzwischen ein guter Teil der Kolonie nutzt.

Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.

Verbreitung und Zug

Endemit der Azoren. Das Kerngebiet sind der Ilhéu da Praia und der Ilhéu de Baixo vor Graciosa; in kleiner Zahl brütet er auch auf Inselchen vor São Jorge und Flores, und vor Corvo wird Brüten vermutet. Der gesamte Weltbestand wird auf drei- bis fünfhundert Paare geschätzt. Wohin die Vögel außerhalb der Brutzeit ziehen, ist nur teilweise bekannt: Telemetriedaten weisen auf den offenen Atlantik südlich und südwestlich des Archipels. Auf dem europäischen Festland ist die Art nicht nachgewiesen, auch weil sie auf See nicht sicher bestimmt werden kann.

AzorenFloresCorvoFaialPicoSão JorgeGraciosaTerceiraSão MiguelSanta Maria
  • Brutvogel (Sommer)
Eine Karte der Inselgruppe selbst: Auf der Europakarte wäre dieser Vogel ein Punkt am Rand, und bei Inselvögeln geht es gerade darum, auf welchen Inseln er vorkommt. Inseln, auf denen er fehlt, sind grau dargestellt. Die Verbreitung nach Inseln folgt den Standardwerken; Inselumrisse: Natural Earth (gemeinfrei).

Wie und wann beobachten

Es gibt nur einen Ort: Graciosa. Im Juni oder Juli eine Abendfahrt von Praia da Graciosa zum Ilhéu da Praia buchen – für eine Landung ist eine Genehmigung des Naturparks nötig, doch vom Boot aus sieht man in der Dämmerung die ersten Vögel einfliegen und hört den Chor über das Wasser. Tagsüber bietet eine Pelagic-Fahrt mit Anfüttern vor Graciosa oder Pico die besten Beobachtungen; sich Zeit lassen und den Zustand von Flügel und Schwanz prüfen, denn im Sommer ist die Mauser das Einzige, was eine Bestimmung erlaubt. Von jemandem, der nur eine Silhouette gesehen hat, keine Sicherheit erwarten.

Gefährdungsstatus

Gefährdet (IUCN: Vulnerable). Der Bestand umfasst drei- bis fünfhundert Paare auf einer Handvoll Inselchen; eine einzige angespülte oder eingeschleppte Ratte, Katze oder ein Frettchen könnte eine Kolonie binnen weniger Jahre auslöschen. Auf dem Ilhéu da Praia ist die Kolonie deutlich gewachsen, seit die Kaninchen entfernt wurden, sich die Vegetation erholte und künstliche Nistkammern eingebaut wurden. Prädation durch Möwen und Schleiereulen spielt ebenfalls eine Rolle, dazu Lichtverschmutzung auf den bewohnten Inseln, die Jungvögel auf ihrem ersten Flug in die Häfen lockt.

Wissenschaftlicher Name

Hydrobates monteiroi | (Bolton et al., 2008)

Bolton et al. beschrieb die Art 2008 als Oceanodroma monteiro; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Hydrobates wurde 1822 von Boie eingeführt. Hydrobates ist griechisch, von hudro- ‚Wasser‘ und batēs ‚Läufer‘: ‚Wasserläufer‘. monteiroi ehrt den portugiesischen Biologen Luís Monteiro, der als Erster bemerkte, dass sich die beiden Brutpopulationen auf den Azoren in Körperbau und Ruf unterscheiden.