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Kappenammer | Emberiza melanocephala
Zwartkopgors | Black-Headed Bunting | Escribano cabecinegro | גיבתון שחור-ראש | Bruant mélanocéphale
Eine große Ammer: tiefschwarze Kapuze, kastanienbrauner Mantel und eine durchgehend zitronengelbe Unterseite. Von einem Draht oder einer Baumspitze über den Olivenhainen des Balkans und Anatoliens trägt das Männchen seine anschwellende Phrase ins Tal hinunter.
Stimme
Der Gesang beginnt mit einigen kratzenden, zögernden Tönen und steigert sich zu einer weit hörbaren, vollen Phrase, die sich beschleunigt und in einem anschwellenden Schnörkel endet: tsri-tsri-cheree-cheree-churoo-ree. Das Männchen singt von Mai bis Juli von einer hohen, freien Warte – einem Draht, einer Pappel, einem Telegrafenmast – und ausdauernd über lange Zeiträume. Rufe: ein hartes, schnalzendes chup und im Flug ein rollendes tsrit.
Aufnahme: Pascal Christe — CC BY-SA 4.0 · xeno-canto
Bestimmung
Groß und langschwänzig, mit kräftigem Schnabel. Das Männchen im Sommer hat eine schwarze Kapuze, die bis unter das Auge reicht, rotbraunen Mantel und Bürzel und eine vollständig zitronengelbe, ungestreifte Unterseite. Im Herbst ist das Schwarz unter braunen Säumen verborgen. Das Weibchen ist ein hell sandbrauner Vogel mit schwacher Kopfstreifung, gelblichen Unterschwanzdecken und meist etwas Gelb am Bauch. Keines der Geschlechter zeigt Weiß im Schwanz – innerhalb dieses Führers ein Merkmal, das sie nur mit der Grauammer teilt.
Verwechslungsarten
Das Männchen ist leicht zu bestimmen; das Weibchen ist das Problem. Auf die Kombination achten: groß, hell, fast ungestreift, mit gelblichen Unterschwanzdecken und ohne Weiß im Schwanz. Die Grauammer ist schwerer gebaut, einheitlich gräulich braun, an der Brust deutlich gestreift und ohne jedes Gelb. Weibliche Gold- und Ortolanammern sind kleiner und zeigen stets Weiß in den äußeren Schwanzfedern, und der Ortolan hat zudem den gelben Augenring. Das Weibchen der weiter östlich brütenden Braunkopfammer ist kaum zu unterscheiden; im Kartengebiet erledigt die Geografie den größten Teil der Arbeit.
Lebensraum
Offenes, warmes Agrarland mit vereinzelten Bäumen und Büschen: Getreidefelder mit Hecken, Oliven- und Mandelhaine, Weinberge, Obstgärten und Brachland, oft direkt neben Dörfern. Auch trockene Hänge mit Dorngebüsch. Braucht hohe Singwarten und dichte niedrige Büsche für das Nest.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Brütet entlang der westlichen Adriaküste, über den Balkan bis Anatolien, in den Kaukasus, auf Zypern und in der Levante und ostwärts über das Kartengebiet hinaus bis auf das Iranische Hochland. Sie ist ein Langstreckenzieher mit einer abweichenden Zugrichtung: nicht nach Afrika, sondern in den Westen des Indischen Subkontinents. Sie trifft spät ein, im Mai, und zieht schon im August wieder ab. In Nordwesteuropa ist sie ein seltener Irrgast, vor allem im späten Frühjahr.
- Brutvogel (Sommer)
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Im Juni muss man auf dem Balkan oder in Anatolien kaum suchen: an Agrarland mit vereinzelten Bäumen vorbeifahren und die Drähte und Baumspitzen absuchen. Das Männchen singt frei sichtbar und bleibt sitzen. Weibchen halten sich meist niedrig im Gebüsch auf, und dann entscheidet der Schwanz – eine große, helle Ammer ohne Weiß im Schwanz ist hier fast immer diese Art.
Gefährdungsstatus
Weltweit nicht gefährdet (IUCN: Least Concern), doch der europäische Bestand ist nicht stabil: Auf dem Balkan ist er örtlich zurückgegangen, weil kleine Obstgärten aufgegeben wurden und sich der Pestizideinsatz ausbreitete. In den Überwinterungsgebieten auf dem Indischen Subkontinent gilt sie als Getreideschädling und wird bekämpft, was sich auf die Bestände auswirkt.
Wissenschaftlicher Name
Emberiza melanocephala | Scopoli, 1769
Scopoli beschrieb die Art 1769 und stellte sie gleich in die Gattung, in der sie noch heute steht. Die Gattung Emberiza wurde 1758 von Linnaeus eingeführt. Emberiza stammt aus dem Althochdeutschen, von Embritz, einer Bezeichnung für eine Ammer. melanocephala ist altgriechisch, von melas ‚schwarz‘ und kephale ‚Kopf‘. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Krain in Slowenien.




