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Nilgans | Alopochen aegyptiaca
Nijlgans | Egyptian Goose | Ganso del Nilo | יאורית | Ouette d'Égypte
Eine afrikanische Halbgans, die sich in einem halben Jahrhundert über Nordwesteuropa ausgebreitet hat. Sie steht ganzjährig auf Weiden, an Flussufern und in Stadtparks und verteidigt ihr Revier mit anhaltenden Rufen.
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Stimme
Ruft sehr häufig. Das Weibchen gibt ein heiseres, ratterndes Trompeten von sich, heh-heh-heh-heh, das Männchen ein raues, zischendes hzzh mit aufgeblähter Brust. Bei Revierstreitigkeiten wird minutenlang ununterbrochen gerufen, ganzjährig zu hören, am häufigsten von Februar bis Mai, auch nach Einbruch der Dunkelheit und über Wohngebieten.
Aufnahme: Kolmkolm — CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Bestimmung
Hochbeinig und aufrecht stehend, mit blass gelbbraunem Hals, dunklem Fleck ums Auge und rundem braunem Fleck in der Brustmitte. Im Flug zeigt sie einen großen weißen Vorderflügel mit schwarzen Handschwingen und grünem Spiegel. Die Geschlechter sehen gleich aus; Jungvögeln fehlen Augen- und Brustfleck, sie wirken matter und grauer.
Verwechslungsarten
Die Rostgans ist kompakter und einheitlich rostorange, ohne Augen- oder Brustfleck, mit schwarzem Schnabel und beim Männchen einem dünnen schwarzen Halsring. Beide zeigen denselben weißen Vorderflügel, daher am Kopf entscheiden. Junge Nilgänse erinnern an junge Rostgänse, doch die langen rosa Beine und das helle Gesicht entscheiden.
Lebensraum
Grünland und Acker an offenem Wasser: Auwiesen, Seen und Teiche, Kanäle, Golfplätze und Stadtparks. Brütet in alten Greifvogelhorsten, Baumhöhlen, auf Flachdächern und in Nistkästen, oft Hunderte Meter vom Wasser entfernt. Außerhalb der Brutzeit in Familienverbänden oder lockeren Trupps an Mauserplätzen entlang der großen Flüsse.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Heimisch in Afrika südlich der Sahara und im Niltal. Der europäische Bestand geht auf entflogene Gehegevögel zurück: Von den Niederlanden und Belgien aus breitete er sich nach Mittel- und Westeuropa aus; jenseits der Nordsee lebt ein viel älterer, eigenständiger verwilderter Bestand. Auf der Iberischen Halbinsel halten sich kleine verwilderte Bestände in Katalonien und Andalusien.
- Jahresvogel
- Brutvogel (Sommer)
- Winter
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Ganzjährig leicht zu finden; im März erreichen die Revierkämpfe ihren Höhepunkt, und die ersten Paare laufen mit kleinen Gösseln umher. Frühmorgens Auwiesen und Stadtseen absuchen. Bei Gänsezählungen auf die hohe, aufrechte Haltung achten, die die Art unter Graugänsen auf große Entfernung erkennen lässt.
Gefährdungsstatus
Weltweit nicht gefährdet (IUCN: Least Concern). In Nordwesteuropa nimmt die Art weiter zu. Sie steht auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten, vor allem wegen ihrer Aggressivität gegenüber anderen Wasservögeln und der Besetzung von Greifvogelhorsten. Das Management setzt auf Eibehandlung und Abschuss; in Afrika ist sie weiterhin häufig und ungefährdet.
Wissenschaftlicher Name
Alopochen aegyptiaca | (Linnaeus, 1766)
Linnaeus beschrieb die Art 1766 als Anas aegyptiaca; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Alopochen wurde 1885 von Stejneger eingeführt. Alopochen ist griechisch, von alōpēx ‚Fuchs‘ und chēn ‚Gans‘: die Fuchsgans, nach dem rotbraunen Rücken. aegyptiaca bedeutet lat. ‚ägyptisch‘, nach dem Land am Nil, in dem der Vogel häufig ist. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Ägypten.



