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Raufußbussard | Buteo lagopus
Ruigpootbuizerd | Rough-Legged Hawk | Busardo calzado | עקב שעיר-רגל | Buse pattue
Der Raufußbussard ist der arktische Verwandte des Mäusebussards und erscheint im Winter in offenen, wühlmausreichen Poldern und Salzwiesen. Er ist heller, langflügeliger und vor allem an seinem ausdauernden Rütteln zu erkennen.
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Stimme
Im Winterquartier meist stumm. Bei Auseinandersetzungen mit Mäusebussarden oder Krähen äußert er ein gedehntes peeee-yoo, dünner, höher und noch katzenartiger als das bekannte Miauen des Mäusebussards. Die Chance, es zu hören, ist gering und auf Revierstreitigkeiten über guten Jagdgründen beschränkt; im arktischen Brutgebiet ruft er weit häufiger.
Aufnahme: Stanislas Wroza — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Bestimmung
Schlanker und länger in Flügel und Schwanz als ein Mäusebussard, mit hellem Kopf und heller Brust. Entscheidend ist der Schwanz: an der Basis rein weiß mit scharf abgegrenzter, breiter dunkler Endbinde – eine einzelne Binde bei Weibchen und Jungvögeln, mehrere schmalere Binden beim adulten Männchen. Hinzu kommen ein dunkler, oft fast schwarzer Bauchfleck, der sich von der hellen Brust abhebt, und große schwarze Bugflecken auf einem überwiegend weißen Unterflügel. Jungvögel zeigen eine verwaschenere, breit ausgeblichene Schwanzbinde, einen gleichmäßiger dunklen Bauchfleck und eine helle Iris. Er rüttelt ausdauernd an einer Stelle gegen den Wind, höher als ein Mäusebussard, und segelt mit flach V-förmig gehaltenen Flügeln.
Verwechslungsarten
Der Mäusebussard ist die einzige echte Verwechslungsart und sehr variabel; daher die Merkmale der Reihe nach durchgehen. Bürzel und Schwanzbasis: beim Raufußbussard rein weiß mit scharfer schwarzer Endbinde, beim Mäusebussard fein gebändert und oft rotbraun überlaufen, ohne diesen Gegensatz. Bauchfleck: beim Raufußbussard eine kompakte dunkle Schürze vor heller Brust, während helle Mäusebussarde ein unterbrochenes dunkles Band über die Flanken zeigen. Bugflecken: beim Raufußbussard größer, schwärzer und schärfer begrenzt. Rütteln: Ein Mäusebussard rüttelt kurz und niedrig, ein Raufußbussard steht minutenlang regungslos in zehn bis dreißig Metern Höhe im Wind – allein dieses Verhalten ist bei einem entfernten Vogel ein starker Hinweis. Auch die Kornweihe sucht dieselben Felder niedrig ab, ist aber viel schmalflügeliger, mit langem, schlankem Schwanz und weißem Bürzel ohne Endbinde.
Lebensraum
Ausgedehntes offenes Gelände ohne hohen Bewuchs: Salzwiesen, neu eingedeichte Polder, extensiv genutztes Ackerland, entwässerte Ebenen, Dünentäler und Seedeiche. Er jagt fast ausschließlich Wühlmäuse, rüttelnd oder von einem Pfahl, einem Heuballen oder einfach vom Boden aus. Brütet in der Tundra und auf Felsbändern in Nordskandinavien und ostwärts in der eurasischen Tundra.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Wintergast aus Fennoskandien und der weiter östlich gelegenen Tundra. Entlang der südlichen Nordseeküste bevorzugt er das Wattengebiet und die jungen Polder: das Lauwersmeer, die Watteninseln, die Salzwiesen von Groningen und Friesland, Flevoland und die Oostvaardersplassen. Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr stark und folgen den Lemming- und Wühlmauszyklen im Norden. Auf der Iberischen Halbinsel ist er ein ausgesprochener Irrgast, fast nur im Norden.
- Jahresvogel
- Brutvogel (Sommer)
- Winter
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Zwischen Ende November und Februar einen windigen Tag in einem großen offenen Gebiet wie dem Lauwersmeer oder den Salzwiesen von Terschelling und Texel wählen: Gerade Wind lässt den Vogel am längsten rütteln, und daran erkennt man ihn unter den anwesenden Mäusebussarden. Auch die Zaunpfähle und Heuballen entlang der Felder absuchen und jeden auffliegenden Bussard beobachten – die weiße Schwanzbasis mit der schwarzen Binde sichert die Bestimmung meist, wenn der Vogel abstreicht.
Gefährdungsstatus
Weltweit nicht gefährdet (IUCN: Least Concern), doch die Zahl der in Nordwesteuropa überwinternden Vögel ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Starke jährliche Schwankungen erschweren die Deutung des Trends; veränderte Nagerzyklen in der Arktis und mildere Winter, in denen die Vögel nicht so weit nach Süden ziehen müssen, spielen vermutlich beide eine Rolle.
Wissenschaftlicher Name
Buteo lagopus | (Pontoppidan, 1763)
Pontoppidan beschrieb die Art 1763 als Falco lagopus; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Buteo wurde 1799 von De Lacépède eingeführt. Buteo ist das lateinische Wort für einen Bussard. lagopus ist griechisch, von lagōs ‚Hase‘ und pous ‚Fuß‘: ‚Hasenfuß‘, nach den bis zu den Zehen befiederten Beinen. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Dänemark.



