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Rotflügelgimpel | Rhodopechys sanguineus
Rode woestijnvink | Crimson-Winged Finch | Camachuelo alirrojo asiático | חצוצרן חרמון | Roselin à ailes roses
Der Rotflügelgimpel ist ein Vogel hoher, kahler Berghänge: Geröll, Fels und kurz abgeweideter Rasen oberhalb der Baumgrenze, vom Atlas über Anatolien und das Libanongebirge bis zum Kaukasus. Am Boden ist er ein sandfarbener, leicht zu übersehender Fink, doch sobald er auffliegt, leuchten die rosaroten Flügelfelder auf, und eine Verwechslung ist ausgeschlossen.
Stimme
Der Ruf ist ein leicht rollendes, schwach nasales chrrit oder chilp-chilp, im Flug oft in kurzen Reihen. Der Gesang ist ein kurzes, trockenes, leicht klirrendes Zwitschern mit nasalen Tönen, vorgetragen von einem Felsblock oder in einem kurzen Singflug; er ist leise und geht im Bergwind schnell unter.
Aufnahme: András Schmidt — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Bestimmung
Ein großer, großköpfiger Fink mit dickem, blassgelbem bis hornfarbenem Schnabel. Der Körper ist warm sandbraun, die Brust rosa überhaucht; das Männchen hat eine schwarze Kappe, die bis hinter das Auge reicht. Flügel und Schwanz tragen das Bild: breite rosarote Felder im Flügel, Schwarz und Weiß in den Handschwingen und ein schwarzer Schwanz mit weißen Seiten, alles am besten im Flug zu sehen. Das Weibchen ist matter, mit weniger Rosa und braunerem Scheitel.
Verwechslungsarten
Der Wüstengimpel ist weit kleiner und kompakter, mit grauem Kopf, ohne schwarze Kappe und im Sommer mit korallenrotem Schnabel; sein Rosa ist ein Anflug, nie ein Feld. Der Weißflügelgimpel hat ebenfalls ein rosa Flügelfeld, ist aber sandfarbener, schwarzschnäbelig und hat keinen schwarzen Scheitel. Der Bluthänfling zeigt Weiß statt Rosa in Flügel und Schwanz und ist viel schlanker. Größe, schwarze Kappe und rosarotes Feld zusammen sind eindeutig.
Lebensraum
Hohe, kahle Hänge zwischen etwa 1800 und 3000 m: Geröllhalden, Blockfelder, verwitterte Felsplatten und der dünne Rasen und die Zwergsträucher dazwischen. Er sucht laufend am Boden nach Samen von Bergkräutern, oft in der Nähe von Schneeflecken. Im Winter zieht er an tiefere Hänge, Feldränder und in die Umgebung von Bergdörfern.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Ein lückenhaftes Areal. Im Gebiet dieses Führers: Hoher und Mittlerer Atlas, Taurus und ostanatolische Gebirge, Libanon und Antilibanon sowie der Kaukasus am Ostrand der Karte. Nach Osten setzt es sich bis Iran und Zentralasien fort. Überall Jahresvogel, nur mit Höhenwanderungen.
- Jahresvogel
- Brutvogel (Sommer)
- Winter
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Fahren Sie im Juni zu einem hohen Pass – dem Tizi n'Tichka oder dem Oukaïmeden-Plateau im Hohen Atlas, den Taurus-Hochflächen in Anatolien – und suchen Sie die kahlen Schotterflächen ab. Die Vögel laufen zwischen den Steinen umher und sind leicht zu übersehen; statt sie aufzuscheuchen, warten Sie, bis ein Trupp auffliegt und die rosa Flügel zeigt. Tränken und Schmelzwassertümpel sind ebenfalls gute Stellen.
Gefährdungsstatus
Global nicht gefährdet (IUCN: Least Concern), aber überall dünn verbreitet und an ein schmales Höhenband gebunden. Starke Beweidung der Hochweiden und im Atlas der Verlust von Quellen und Schmelzwasser sind die eigentlichen Risiken; die Bestände im Atlas und im Libanongebirge leben in kleinen, isolierten Teilgebieten.
Wissenschaftlicher Name
Rhodopechys sanguineus | (Gould, 1838)
Gould beschrieb die Art 1838 als Fringilla sanguinea; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Rhodopechys wurde 1851 von Cabanis eingeführt. Rhodopechys ist griechisch, von rhodon ‚Rose‘ und pēkhus ‚Unterarm‘, zusammen rhodopēkhus ‚rosenarmig‘, nach dem Rosa im Flügel. sanguineus ist lat. für ‚blutrot‘, von sanguis, sanguinis ‚Blut‘. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Erzurum, Türkei.



