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Silberreiher | Ardea alba

Grote zilverreiger | Great Egret | Garceta grande | לבנית גדולה | Grande aigrette

Der Silberreiher ist ein schneeweißer Reiher von der Größe eines Graureihers, der in kaum dreißig Jahren vom Irrgast zu einem festen Bestandteil der nordwesteuropäischen Winterlandschaft geworden ist. Hat man einen in einem Graben stehen sehen, besteht die eigentliche Aufgabe darin, ihn auf Entfernung von seinen kleineren weißen Verwandten zu trennen.

Silberreiher (Ardea alba)
Hauptfoto · Foto: Hobbyfotowiki — CC0 · Wikimedia Commons

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Stimme

Abseits der Kolonie meist stumm. Beim Auffliegen und in Kolonien ruft er ein tiefes, raues kraah oder ein kurzes, heiseres krrok, tiefer und trockener als das klangvolle fraank eines Graureihers. An Winterschlafplätzen hört man gelegentlich ein kurzes, knurrendes Gezänk, wenn Vögel zu dicht beieinander landen.

Anhören: Rauer RufWikimedia Commons

Aufnahme: Stanislas Wroza — CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Bestimmung

Einheitlich weiß und ohne Schopf, mit sehr langem Hals, der in Ruhe einen scharfen, tief ansetzenden Knick statt einer gleichmäßigen Krümmung zeigt. Der Schnabel ist außerhalb der Brutzeit kräftig gelb und wird im Frühjahr schwarz, mit blaugrünen Zügeln; Beine und Zehen sind stets schwarz, die Zehen also nie gelb. Auf die Mundspalte achten, die deutlich hinter das Auge reicht – auf überraschend große Entfernung sichtbar. Im Flug wirkt er schwer und langsam, mit tiefen Schlägen, weit zurückgezogenem Hals, der einen vorgewölbten Kiel bildet, und schwarzen Beinen, die weit über den Schwanz hinausragen.

Verwechslungsarten

Der Seidenreiher ist deutlich kleiner und schlanker, behält das ganze Jahr einen schwarzen Schnabel und hat – entscheidend – gelbe Zehen an schwarzen Beinen; seine Flügelschläge sind schneller und lockerer. Der Kuhreiher ist noch kleiner und gedrungen, mit kurzem, dickem Hals, einer Kehlwamme unter dem Schnabel und kurzem gelbem Schnabel, und sucht meist auf trockenem Boden zwischen Weidevieh Nahrung. Der Graureiher entspricht ihm in Größe und Flugbild, ist aber grau; junge Graureiher im starken Gegenlicht sind die klassische Falle, daher auf Schnabel- und Beinfarbe zurückgreifen.

Lebensraum

Flache Ränder von Sümpfen, Seen, Prielen und Schilfbeständen, im Winter aber ebenso an gewöhnlichen Poldergräben, auf nassen Weiden und an Feldrändern. Jagt stehend oder langsam schreitend nach Fischen, Fröschen und vor allem Wühlmäusen; in mäusereichen Wintern stehen Dutzende im Grünland weit entfernt von offenem Wasser.

Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.

Verbreitung und Zug

Brütet in großen Sümpfen und Deltas in weiten Teilen des Kartengebiets, von Nordwesteuropa bis Osteuropa, Anatolien und in die Levante; im Winter auch in Nordafrika. In Nordwesteuropa brütet er seit der ersten Brut in den Oostvaardersplassen 1978, vor allem in den großen Torf- und Kleisümpfen – Oostvaardersplassen, Lauwersmeer, Weerribben-Wieden, Delta –, und außerhalb der Brutzeit ist er über das gesamte Tiefland verbreitet. Im Mittelmeerraum brütet er unter anderem im Doñana, im Ebrodelta und in der Albufera von Valencia und überwintert in großer Zahl in Reisfeldern und Marismas.

  • Jahresvogel
  • Brutvogel (Sommer)
  • Winter
  • Durchzug
  • dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Dichtekarte aus den Nachweisen von GBIF (2006-09-01 – 2026-08-31), gezählt je 0,7°-Rasterzelle und Monat und geteilt durch alle Vogelnachweise in derselben Zelle – so bestimmt die Zahl der Beobachter nicht das Bild. Die Farbtiefe folgt diesem Anteil und läuft allmählich aus, sodass die Karte nicht den Staatsgrenzen folgt. Ländergrenzen: Natural Earth (gemeinfrei).

Wie und wann beobachten

Im November oder Dezember durch offenes Polder- und Weideland mit vielen Gräben in Nordwesteuropa fahren und die Felder absuchen: In einem Mäusejahr stehen die Vögel wie weiße Pfähle im Gras, weit vom Wasser entfernt. Für das Brutkleid mit schwarzem Schnabel und grünblauen Zügeln im April ein Sumpfgebiet aufsuchen, am besten bei Sonnenaufgang, wenn die Vögel vom Schlafplatz ausschwärmen.

Gefährdungsstatus

Weltweit nicht gefährdet (IUCN: Least Concern) und in Europa seit den 1980er-Jahren stark zugenommen und nach Westen ausgebreitet, vermutlich durch besseren Schutz, neu geschaffene Feuchtgebiete und mildere Winter. Anhaltender strenger Frost bleibt die wichtigste Bremse, weil er die Vögel von flachem Wasser und von Wühlmäusen abschneidet.

Wissenschaftlicher Name

Ardea alba | Linnaeus, 1758

Linnaeus beschrieb die Art 1758 und stellte sie gleich in die Gattung, in der sie noch heute steht. Er führte die Gattung Ardea in derselben Arbeit ein. Ardea ist das lateinische Wort für ‚Reiher‘. alba bedeutet lat. ‚weiß‘. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Europa.