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Drosseluferläufer | Actitis macularius

Amerikaanse oeverloper | Spotted Sandpiper | Andarríos maculado | ביצנית נקודה | Chevalier grivelé

Die Neue Welt hat ihren eigenen Actitis, und er wippt mit dem Hinterkörper ebenso unablässig wie sein Gegenstück in der Alten Welt. Im Sommer ist er an kräftigen schwarzen Flecken auf weißer Unterseite zu erkennen; den Rest des Jahres muss man mit Schwanzlänge, Beinfarbe und Schnabelbasis arbeiten.

Drosseluferläufer (Actitis macularius)
Hauptfoto · Foto: USFWS Mountain-Prairie — Public domain · Wikimedia Commons

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Stimme

Ein hohes, scharfes peet-weet aus zwei oder drei Silben, kürzer und weniger perlend als der fünfsilbige Triller des Flussuferläufers. Bei Alarm ein einzelnes scharfes peet. Irrgäste rufen meist beim Auffliegen, und oft macht gerade dieser abgehackte Ruf einen Beobachter zuerst aufmerksam.

Anhören: RufXC1032430

Aufnahme: Gean Carlo Valdés — CC0 · xeno-canto

Bestimmung

Klein und langgestreckt, oberseits braun und unterseits weiß, mit demselben weißen Keil zwischen Flügelbug und Brustseite wie beim Flussuferläufer. Brutvögel haben Brust, Bauch und Flanken mit runden schwarzen Flecken übersät und einen orangefarbenen Schnabel mit dunkler Spitze. Im Winter- und Jugendkleid ist der Vogel ungefleckt: oberseits einfarbig graubraun, mit einer deutlichen dunklen Binde am Flügelbug und fein gebänderten Decken, die zu den einfarbigen Schulterfedern kontrastieren. Der Schwanz ist kurz und die Flügelbinde schmal.

Verwechslungsarten

Alles hängt am Vergleich mit dem Flussuferläufer, und er gliedert sich in fünf Punkte. Die Flügelbinde ist beim Drosseluferläufer kürzer und schmaler: Sie läuft etwa an den inneren Armschwingen aus, statt wie beim Flussuferläufer als durchgehendes weißes Band bis an den Körper zu reichen. Der Schwanz ist kürzer und ragt kaum oder gar nicht über die gefalteten Flügelspitzen hinaus, während er beim Flussuferläufer deutlich darüber hinausreicht; im Profil wirkt der Drosseluferläufer daher hinten kurz und stumpf. Die Beine sind fleischrosa bis strohgelb, beim Flussuferläufer graugrün oder oliv. Die Schnabelbasis ist hell und warm, im Frühjahr rein orange mit schwarzer Spitze, während der Flussuferläufer einen dunklen Schnabel mit matt fleischfarbener Basis zeigt. Und im Sommer gibt es die Flecken, die der Flussuferläufer in keinem Kleid hat. Bei einem Herbstvogel zuerst Schwanz und Beine prüfen, dann die Gefiederdetails.

Lebensraum

Süßwasserufer: Stauseen, Kiesgruben, Bäche und kleine Flüsse, in Europa aber auch Hafenmauern, Betonkais und felsige Buchten. Überwinternde Vögel halten sich oft wochenlang an einem einzigen Uferabschnitt oder Pier. In den Brutgebieten nutzt er Kiesbänke und geschützte Seeufer in fast ganz Nordamerika.

Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.

Verbreitung und Zug

Brütet in ganz Nordamerika und überwintert vom südlichen Nordamerika bis nach Südamerika. Auf den Britischen Inseln ein spärlicher, aber alljährlicher Irrgast, mit einem Brutversuch auf Skye 1975, der im Eistadium scheiterte; die Nachweise verteilen sich über das Jahr, mit vereinzelten Frühjahrsvögeln im Mai und Juni, stärkerem Auftreten im Herbst von August bis Oktober und einigen Überwinterern an Süd- und Westküsten. Auf dem Festland deutlich seltener: an der Nordseeküste meist im Herbst, auf der Iberischen Halbinsel eine kleine Zahl von Nachweisen an der kantabrischen und galicischen Küste und auf den Inseln.

Wie und wann beobachten

Im September und Oktober jeden Flussuferläufer an einem Stausee oder einer Hafenmole ernst nehmen und vor allem anderen die Schwanzlänge im Verhältnis zu den Flügelspitzen ablesen, dann die Beinfarbe. Ein Überwinterer bleibt oft monatelang an einem Kai, daher lohnt es sich, einen Uferläufer auf einem Pier an der Atlantikküste oder der Irischen See im Dezember zu fotografieren, möglichst mit geöffnetem Flügel, und in Ruhe zu studieren.

Gefährdungsstatus

Weltweit nicht gefährdet und in ganz Nordamerika verbreitet, doch die Bestände gehen langsam zurück, durch Uferbebauung, Freizeitdruck an Seen und den Verlust natürlicher Kiesbänke. Für Europa ist die Art vor allem ein Anzeiger kräftiger westlicher Tiefdruckgebiete im Herbst.

Wissenschaftlicher Name

Actitis macularius | (Linnaeus, 1766)

Linnaeus beschrieb die Art 1766 als Tringa macularia; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Actitis wurde 1811 von Illiger eingeführt. Actitis ist griechisch, von aktitēs ‚Küstenbewohner‘, zu aktē ‚Küste‘. macularius bedeutet lat. ‚gefleckt‘, nach den schwarzen Flecken auf der Unterseite im Brutkleid. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Pennsylvania.