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Eilseeschwalbe | Thalasseus bergii

Grote kuifstern | Greater Crested Tern | Charrán piquigualdo | שחפית צהובת-מקור | Sterne huppée

Die Eilseeschwalbe ist die schwerste Seeschwalbe des Roten Meeres: fast möwengroß, mit dolchartigem gelbem Schnabel und schiefergrauem Mantel. Das Kartengebiet dieses Führers erreicht sie gerade noch: den Strand von Eilat am äußersten Nordende des Golfs von Akaba.

Eilseeschwalbe (Thalasseus bergii)
Hauptfoto · Foto: Borhan Pak — CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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Stimme

Ein hartes, tiefes, knarrendes kerr-ak, rauer und heiserer als bei der Brandseeschwalbe und ohne deren Schärfe. Bei Störung geht es in ein schnelles krik-krik-krik über, das über einer Kolonie zu einem rauen Dauerruf anschwillt. Am Golf von Akaba hört man von einem vorbeifliegenden Vogel selten mehr als einen einzelnen Ruf; diese Art macht kaum durch Rufe auf sich aufmerksam.

Anhören: FlugrufXC676928

Aufnahme: Manoj Karingamadathil — CC BY-SA 4.0 · xeno-canto

Bestimmung

Groß und breitflügelig, mit langsamen, tiefen Flügelschlägen, die eher an eine Möwe als an eine Seeschwalbe erinnern. Der Schnabel ist lang und schwer, zitronen- bis olivgelb, zur Spitze leicht abwärts gebogen; die Beine sind schwarz. Der schwarze Scheitel geht nach hinten in eine zerzauste, aufrichtbare Haube über, doch zwischen Schnabelbasis und Schwarz liegt immer ein breites weißes Band – auch im vollen Brutkleid, und an diesem Band ist der Vogel mit einem Blick bestimmt. Mantel und Flügeloberseite sind dunkel schiefergrau, deutlich dunkler als bei jeder anderen Seeschwalbe der Region, und Bürzel und Schwanz tragen dasselbe Grau; die Unterseite ist weiß. Außerhalb der Brutzeit wird der Scheitel weiß gesprenkelt, und das Schwarz zieht sich auf die Haube zurück. Jungvögel sind oberseits geschuppt graubraun, mit dunklen Binden über dem Flügel und einem matteren, horngelben Schnabel. Vögel des Roten Meeres gehören zu velox, der größten, dunkelsten und langschnäbeligsten Form der Art.

Verwechslungsarten

Der Vergleich beginnt mit der Brandseeschwalbe, und der Unterschied ist auf jede Entfernung zu sehen: Jene wirkt rein weiß, mit schwarzem, scharf gelb gespitztem Schnabel und weißem Bürzel und Schwanz, während die Eilseeschwalbe einen ganz gelben Schnabel und eine einheitlich dunkelgraue Fläche vom Mantel bis zur Schwanzspitze zeigt. Die Rüppellseeschwalbe liegt in der Größe zwischen beiden und hat einen schlankeren, rein orangefarbenen Schnabel und einen hellgrauen Mantel mit kaum dunklerem Bürzel; im Brutkleid reicht ihre schwarze Kappe bis zur Schnabelbasis, wo die Eilseeschwalbe das ganze Jahr die weiße Stirn behält. Auch die Haube unterscheidet sich: lang, schwer und gesträubt bei der Eilseeschwalbe, kürzer und feiner bei der Rüppellseeschwalbe. Die Raubseeschwalbe ist noch größer, trägt aber einen dicken blutroten Schnabel, eine von unten dunkle Hand und einen kaum gegabelten Schwanz.

Seeschwalben vergleichen: Schnabel, Beine, Kopf und Schwanz nebeneinander

Lebensraum

Küstennahe Meere, Korallenriffe und flache Buchten; sie rastet auf Sandbänken, Nehrungen, Molen, Bojen und schwimmenden Fischkäfigen. Sie brütet in dichten Kolonien auf flachen, kahlen Korallen- und Sandinselchen, oft neben Rüppellseeschwalben. Süßwasser spielt keine Rolle: Die Art bleibt an Salzwasser gebunden und folgt der Küste selten weit hinaus auf den offenen Ozean.

Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.

Verbreitung und Zug

Ein Vogel der warmen Küstenmeere des Indischen Ozeans und des westlichen Pazifiks, mit einem starken Bestand im Roten Meer und im Persischen Golf. Fast nichts davon liegt im Kartengebiet dieses Führers. Die Karte endet bei 29 Grad Nord, der Breite des Nordendes des Golfs von Akaba: Der Strand von Eilat und das gegenüberliegende Ufer bei Akaba liegen innerhalb, das übrige Rote Meer nicht. In Eilat ist sie ein seltener, aber fast alljährlicher Gast, die meisten Nachweise im Juli und August, vereinzelte Vögel im Frühjahr und Winter. Auch das Nordende des Golfs von Suez um Ain Sokhna liefert Nachweise. Die nächsten Kolonien liegen Hunderte Kilometer weiter südlich auf Inseln weit außerhalb der Karte.

  • Jahresvogel
  • Brutvogel (Sommer)
  • Winter
  • Durchzug
  • dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Dichtekarte aus den Nachweisen von GBIF (2006-09-01 – 2026-08-31), gezählt je 0,7°-Rasterzelle und Monat und geteilt durch alle Vogelnachweise in derselben Zelle – so bestimmt die Zahl der Beobachter nicht das Bild. Die Farbtiefe folgt diesem Anteil und läuft allmählich aus, sodass die Karte nicht den Staatsgrenzen folgt. Ländergrenzen: Natural Earth (gemeinfrei).

Wie und wann beobachten

North Beach in Eilat ist der Ort, das Nordende des Golfs von Suez bei Ain Sokhna die zweite Möglichkeit. Im Juli oder August früh am Tag in der Nähe des Jachthafens Position beziehen und die auf Bojen, Schwimmkörpern und der Mole rastenden Seeschwalben durchmustern. Zuerst nach Größe und dunklem Mantel sortieren, dann warten, bis der Vogel den Kopf dreht, denn die Schnabelfarbe entscheidet. Mit einem Vogel unter Dutzenden Flussseeschwalben rechnen; ablandiger Wind hilft, da er die Seeschwalben nah unter Land hält.

Gefährdungsstatus

Weltweit nicht gefährdet: Die Art ist über ein großes Areal verbreitet und zählt Hunderttausende Vögel. Örtlich bleibt sie verletzlich, denn die Kolonien drängen sich auf wenigen flachen Inselchen, wo Eiersammeln, Störungen durch Freizeitboote und Ölverschmutzung eine ganze Kolonie in einer einzigen Saison kosten können. Mehrere Brutinseln im Roten Meer liegen inzwischen in Schutzgebieten, was den Hauptkolonien etwas Ruhe verschafft.

Wissenschaftlicher Name

Thalasseus bergii | (Lichtenstein, 1823)

Lichtenstein beschrieb die Art 1823 als Sterna bergii; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Thalasseus wurde 1822 von Boie eingeführt. Thalasseus ist abgeleitet von altgriech. thalassa ‚Meer‘. bergii ehrt den preußischen Apotheker und Botaniker Karl Heinrich Bergius, der die ersten Exemplare bei Kapstadt sammelte. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus dem Kap der Guten Hoffnung.